Gartenkultur

Letztes Jahr habe ich angefangen, einen brachliegenden Garten, einfach eine große Rasenfläche, wieder zu beleben. In meiner Kindheit war die eingezäunte Rasenfläche einmal ein großer Gemüsegarten mit Obstbäumen und vielen Beeten gewesen, der zur Selbstversorgung angelegt worden war. Dann wurde er stillgelegt, weil die Kinder in die Welt hinausgezogen sind und die Eltern die mühselige harte Arbeit allein nicht mehr machen wollten. Der Beginn meines Kulturgartens!

Beobachten, regulieren, einbeziehen, reagieren

Das Gras der Rasenfläche war in den Maschendrahtzaun gewachsen und den Rhabarber konnte man in dem hohen Gras kaum noch finden. Die zwei alten Johannisbeersträucher waren auch, umwuchert vom hohen Gras, kaum zu sehen. Auf einem großen Komposthaufen wuchsen viele Wildkräuter und ein Brombeerstrauch hatte ihn bereits heftig mit seinen dornigen Ranken überzogen. Der Anfang eines Gartens liegt im regulieren und reagieren sowie dem einbeziehen der Grenzen und der Umgebung. Zunächst wurden die Ränder des Garten bearbeitet und der alte Maschendrahtzaun mit Rankepflanzen umgeben.

Ressourcen & Energie für Erträge sammeln (nichts verschwenden)

Man kann einen großen Garten nicht sofort als Ganzes beleben. Mit kleinen Beeten und vielen Pflanzen fängt man an. Meine ersten Beete waren Hochbeete: Ich stellte mehrere runde ein meter hohe Gemüsetonnen mit einem Meter Durchmesser aus Metallblech auf. Zum Befüllen griff ich auf die Ressourcen des Komposthaufens und des Gehölzschnitts zurück. Lediglich die obere Schicht wurde durch Gartenerde ergänzt. Die Tonnen mussten im Sommer oft gewässert werden, aber dafür wuchs es üppig in ihnen und eine reiche Ernte von Salat, Tomaten und Kräutern war sicher. Ein alter halb verrosteter Kübel diente als Wasserspeicher, es wurde nichts verschwendet.

Vielfalt, kleine Lösungen, Muster & Übergänge

Im Garten wachsen nicht nur Gemüsepflanzen, sondern auch neue Naschpflanzen wie die Minigurke, Blütenschönheiten, viele Kräuter und Obstgehölze. Der freigelegte Rhabarber erholte sich gut und die Johannisbeersträucher lieferten den Johannisbeersaft. Der Garten wurde aber nicht so angelegt, wie er vor Jahren konzipiert war. Neben rechteckigen Beeten, die von alten Holzlatten umrahmt sind, sollte ein anderer Gartenteil eine organisch runde Gestaltung erhalten. Ein Großteil des Gartens ist weiterhin Rasen, weil er langsam und auch mit viel Raum für Ruhephasen entstehen wird.

permanent wachsen:
Im Garten wird man nie fertig, es verändert sich ständig und wird nie langweilig, aber es ist auch oft mühsam, kostet manchmal Überwindung anzufangen und es gelingt nicht alles!