Kraftquelle aus der Erde

Zur Zeit werden noch die letzten Kartoffeln geerntet. Wenn das Kartoffelkraut nicht mehr von den Wurzeln versorgt wird, stirbt es ab. Dann ist der natürliche Zeitpunkt gekommen, um die Kartoffeln zu ernten. Die stärkereichen Erdäpfel werden nach der Ernte eingelagert und dienen neben neben dem Getreide als Grundlage unserer pflanzlichen Ernährung.

Die Leistung der Knollen

Je nach Witterung werden im April die Kartoffeln mit ihren winzigen Keimen in die Erde gelegt. In ausreichend erwärmten Böden beginnen sie dann in kurzer Zeit ihr Wachstum. Damit jede Knolle mögichst viele Knollen bildet, werden die Pflanzen angehäufelt. Nach nur wenigen Monaten haben sie eine unglaubliche Leistung vollbracht, wobei die “Arbeit” unter der Erde uns im Wesentlichen verborgen bleibt.

Kartoffel mit Keim

Verborgene Wurzelkraft

Im Juni und Juli ist das Laub der buschigen Pflanze voll entwickelt und im Erdreich hat sich ein riesiges Wurzelnetz ausgebreitet. Es gibt Forscher, die sich “den Wurzeln” der Pflanzen zugewandt haben und in mühevoller Arbeit Wurzelnetze freilegen, um Einblicke in die uns verborgene Welt zu gewinnen. Wenn wir die Kartoffeln ernten, dann sind viele kleine Wurzeln bereits abgestorben. Wir nehmen nur die oberen 20 bis 40 cm des Boden wahr. Die Wurzeln der Kartoffel erreichen je nach Bodenbeschaffenheit aber eine Bodentiefe von von als einem Meter. Ein Bild zum Staunen. Vielleicht können wir ein wenig Achtung vor der Kartoffelkraft gewinnen.

Kartoffel mit Wurzelwerk

Stärke ist fragil

Die Stärke der Kartoffelknolle liegt darin, innerhalb kurzer Zeit sehr viel Energie speichern zu können. Aber die Kartoffel ist auch anfällig gegenüber Schädlingen. Neben dem Kartoffelkäfer und seinen gefräßigen Larven gibt es auch Bakterien und vor allem Pilze, die bei feucht-warmen Wetter zu einer Epidemie werden können. Die Krautfäule (Phytophthora infestans) hat in der Geschichte nicht nur die Iren das Fürchen gelehrt, sondern sie ist auch heute noch gefürchtet. Deshalb wird auch in biologisch arbeitenden Betrieben 3-4 Mal vorbeugend gegen den pilzlichen Erreger mit Fungiziden gespritzt. (Im konventionellen Anbau kommen dann Spritzungen gegen Insekten, gegen Wildkräuter und neben wachstumsfordernden Mitteln gegen Kulturende auch Mittel zur Krautabtötung hinzu, die eine termingerechte Ernte ermöglichen). Auch wenn die Kartoffeln gleich aussehen, so werden die Biokartoffeln - für uns unsichtbar - umweltschonender produziert.

Kartoffelkäfer

  • Der Herbst lädt ein, in verborgene Welten einzutauchen!
  • Wir alle können staunen und achtsam werden!