Magie im August

Die Zeit der Reife geht nun langsam zu Ende und damit auch die Zeit des Abwartens. Im August folgt nun die Zeit der Ernte und da ist eine klare Handlung gefragt. Es ist kein Raum mehr für ein “dazwischen”, sondern es ist ein klarer Schnitt erforderlich. Mit dem Schnitterfest im August wird die klare Entscheidung gefeiert. Es wird auch Lammas oder Lughnased genannt, oder neuer als Kräuterweihe bezeichnet. Dabei wird auf die Zeit des Kräuter sammelns hingewiesen, die mit dem 15. August, der Maria Himmelfahrt, beginnt.

Kräuter sammeln zu Maria Himmelfahrt

In der Zeit von Mitte August bis Mitte September ist es die beste Zeit, Heilkräuter zu sammeln. Sie haben nun durch die Sonnenenergie die größte Heilkraft. Dabei werden auch Kräutersträuße, die sogenannten Kräuterbuschen, gebunden, die aus 7 oder 9 verschiedenen Kräutern bestehen. Mit den heiligen Zahlen und der gebündelten Heilkraft soll das Böse vertrieben und die Gesundheit erhalten werden.

Arnika, Tausendgüldenkraut, Lavendel, Königskerze, Ringelblume, Kamille, Salbei

Schritte zur eigenen Klarheit

Was können wir für uns mitnehmen oder übernehmen? Wir können für uns selbst einen Rahmen der Klärung schaffen: Was will ich jetzt tun, um meine Ernte im Herbst zu sichern. Wenn wir zu Beginn des Jahres Entschlüsse und Ideen skizziert haben und vielleicht die Weichen für Veränderungen gestellt haben, so ist jetzt die Zeit der Klarheit. Was hat sich entwickelt, was ist gereift oder auch, was läuft aus dem Ruder? Mitten im Hochsommer, unserer Haupturlaubszeit, ist es für das Getreide Zeit zu sterben, damit wir leben können. Wir können diesen Wandlungsprozess wieder in den Blick nehmen und ihn respektvoll wertschätzen. Dazu gehört auch eine kritische Selbsteinschätzung: Was wird nicht gelingen können? Und dazu gehört auch etwas, was wir gar nicht mehr kennen: Die Gnade als Gegenpol zur Verachtung, die unweigerlich in uns hochkommt, wenn uns manche Abgründe klar werden.

Gottesgnadenkraut

Das Gottesgnadenkraut

Ursprünglich bedeutet das Wort Gnade, althochdeutsch gnada, um Hilfe bitten. Die einfachen Menschen suchten nach Gnade, Hilfe und Heil sowie Heilung in der Mutter Natur und später der heiligen Maria. Sie verwendeteten dazu das Gottesgnadenkraut, eine kleine in Mittel- und Osteuropa heimische Pflanze, die an feuchten Ufern und Gräben zu finden ist (heute fast nicht mehr, weil es solche Stellen kaum noch gibt). Das Kraut wurde am 15. August gepflückt und geweiht oder später unter das Altartuch gelegt und anschließend für Heilzwecke verwendet. Während das Gottesgnadenkraut heute nur noch in der Homöopathie bei Verdauungsbeschwerden und Rheuma eingesetzt wird, wurde es früher bei Herzbeschwerden und gegen Geschwüre eingesetzt. Seine Giftigkeit durch Gratiotoxin und Cucurbitacin verursacht, verbieten heute eine Anwendung. Seine Hauptanwendung war jedoch die magische Wirkung, das Böse zu vertreiben und das kann ja auch heute noch funktionieren, wenn wir daran glauben!

Mit Magie durch den August:

  • Kräutersträuße zum Schutz aufhängen
  • Klärung in uns selbst suchen: Was muss beendet werden?
  • Gnade finden: Was hilft mir wirklich? Wo kann ich Hilfe finden?
  • Manchmal hilft auch Vergebung!